Bei unseren geliebten Strandspaziergängen während unserer Australienurlaube (hier vorzugsweise am Strand von Brunswik Heads), kam es nicht so oft vor, wie ich es mir zuvor ausgemalt hatte, dass wir tote oder gar noch lebende Meerestiere entdeckten. Meist waren es, wenn überhaupt, Quallen, vor allem die gefürchtete Bluebottle-Quallen (Portugiesische Galeere). Sie am Strand zu entdecken, hatte (fast) immer zur Folge, dass wir es an jenem Tag beim Strandspaziergang beließen und nicht ins Wasser gingen. Diese ganz kleinen Quallen haben dünne, mindestens einen Meter lange Tentakeln, die bei Berührung einen heftigen und länger anhaltenden Schmerz auslösen. Wird man ungünstig am Rumpf getroffen, kann dies auch eine Kreislaufkrise auslösen, was zumal im Wasser begreiflicherweise schnell lebensgefährlich werden kann.
"Bluebottle" mit deutlich sichtbarem Tentakel und auf dem nächsten Bild in Nahaufnahme dieselbe Bluebottle-Qualle
Zweimal sind wir dagegen auf ein kleines Etwas gestoßen, das mir beim ersten Mal vorkam wie ein Tier, das direkt aus der Werkstatt eines Science Fiction Grafikers entsprungen schien, so merkwürdig war seine Form und so künstlich erschien mir insbesondere die Färbung.
Sehr kleines Exemplar von Glaucus (ebenso nachfolgend Bild, wo man etwas vom Kopf und Maul erkennt)
Niemand, den wir fragten, hatte eine Ahnung davon, um was es sich handeln könnte.
Eine Freundin aus Perth brachte uns dann auf die richtige Spur, als sie uns auf einen Zeitungsbericht aufmerksam machte, in dem von einem Glaucus atlanticus die Rede war und dass dieses üblicherweise mehr im tropischen Norden vorkommende Tier zuletzt öfter an einem Strand und sogar einem ins Meer mündenden Fluss gesichtet wurde, der nur etwa 70 km von unserem Strand entfernt war.
Unsere anschließende Recherche nach diesem Glaucus atlanticus im Internet bestätigte dann rasch, dass unser Etwas eben dieses Tier war. Es gehört, wie wir dann noch heraus fanden, zu den Schnecken und ernährt sich vornehmlich von: Bluebottles! Dazu passte dann auch irgendwie seine Farbe. Die Gifte, die die Bluebottles so gefährlich machen, werden von Glaucus atlanticus übrigens gespeichert! Der Glaucus ist mit anderen Worten sogar extrem giftig. Also besser nicht verschlucken!
Interessant war schließlich noch zu lesen, dass die erste Zeichnung von Glaucus atlanticus von einem Mann stammte, der eben fur solche Aufgaben mit auf dem Boot von James Cook war, als dieser Australien entdeckte. Die Zeichnung Sie ist heute, wenn ich mich recht erinnere, in einem Museum in Melbourne aufgehoben.
Dieses kleine Video zeigt einen lebendigen Glaucus atlanticus.